Soll man Tomatenkerne entsorgen?

Als ich 16 war, hab ich von meine Mama zum Geburtstag ein Tomatenmesser bekommen, weil sie wusste, dass sie mir damit mehr Freude macht, als mit typischen Teenie-Geschenken. Obwohl ich noch nicht mal einen eigenen Haushalt hatte, war es das perfekte Geschenk. Meine Liebe zu Paradeisern wurde seither nur größer. Was ich damals noch nicht wusste, ist, dass es ein Fehler ist, das Innere der Paradeiser zu entfernen, obwohl es in vielen Rezepten steht. Ich bin grundsätzlich eher geneigt, mit einem „No-Waste“-Anspruch zu arbeiten und hab das Entkernen schon immer tendenziell bleiben lassen. Aber der Grund, warum die Kerne bzw. die gelartige Substanz rundherum sehr wichtig für ein Gericht sind, ist sehr interessant. Und da oft in Rezepten empfohlen wird, Tomaten zu entkernen oder das Innere gar zu entsorgen, schreibe ich diesen Artikel um euch davon abzuhalten. Weiterlesen

Warum ich keine Alu-Grilltassen kaufe

Ich liebe grillen. Seit ich endlich in einer Wohnung mit kleiner Outdoor-Area wohne, genieße ich es sehr, innerhalb kürzester Zeit den Gasgrill anwerfen zu können. Dementsprechend oft wird er genutzt (bei teuren Anschaffungen rechne ich übrigens in cost-per-use, insofern war der hochwertige Grill trotz dem ziemlich hohen Preis schon jetzt eine meiner besten Investitionen ever!). In schönen Sommerwochen kommt es vor, dass ich mehrmals grille, allein schon weil es draußen so viel angenehmer ist als in der Wohnung. Ich grille auch das ganze Jahr – im Winter zwar seltener, aber dennoch. Das einzige, was mich am Grillen immer schon gestört hat, egal ob bei mir oder woanders, war der Müll, der durch die Grilltassen anfällt – Alu noch dazu. Ich möchte mich weiterhin berechtigterweise über die Kapselkaffeehersteller aufpudeln und das kann ich nicht, wenn ich als High-Frequency-Griller selbst regelmäßig Alumüll produziere. Das Material der Einweg-Grilltassen ist schlechter als die billigste Bratpfanne, sie sind auf Dauer teuer und vor allem umweltschädlich. Also weg damit – egal ob Holzkohle- oder Gasgrill. Weiterlesen

Restaurantempfehlung Wien | grace | Restaurant recommendation Vienna

(ENGLISH VERSION BELOW) Ich war mittlerweile ein paar Mal im grace und jedes Mal wieder begeistert. Es scheint nach wie vor eher ein Insidertipp zu sein, für mich mittlerweile Lieblingslokal. Wie meistens bei Lieblingslokalen ist es die Kombination von sehr sympathischen, leidenschaftlichen Menschen, überraschender, inspirierender Küche und angenehmer Atmosphäre, für die ich immer wieder gerne komme. Dass die Küche eines langjährigen Steirereck-Sous Chefs überzeugt, ist zu erwarten, das Konzept ist aber trotzdem neu und in vielerlei Hinsicht angenehm überraschend, die eigene Handschrift von Petra & Olive Lucas ist wunderbar sympathisch und macht jeden Besuch einzigartig. Im Juni bereichert das grace bereits ein Jahr lang die Wiener Restaurantszene, happy birthday, auf viele weitere Jahre und danke für die schöne Zeit, liebes grace!

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Wer braucht schon Champagner. Pét Nat – meine unverhoffte Sprudelliebe!

Ich war nie ein großer Schaumwein-Fan. Selbst wenn ich sündteuren Champagner oder andere erstklassige Tropfen angeboten bekommen habe, kam ich zum Schluss, dass ich in dem Punkt wohl eine Banause bin und es mehr an mir als an der Qualität des Glasinhalts liegt, dass mir Sekt, Prosecco & Co bis auf seltene Ausnahmen einfach nicht schmecken. Nicht schlimm eigentlich, ich hab mir schon Alternativen zum feierlichen Anstoßen gefunden. Einen guten Weißwein zum Beispiel. Die unerwartete Wende in meiner persönlichen Sprudellovestory kam mit Kronkorken versiegelt und heißt Pét Nat. So nennt sich kohlensäurehaltiger, trockener Wein, der auf eine wilde, sehr natürliche Art und Weise hergestellt wird und mir eine neue Welt der sprudelnden Geschmackserlebnisse eröffnet hat. Wenn man ein bisschen sucht, bekommt man den guten Stoff auch von österreichischen Winzern. Weiterlesen

(C)AlexSchoeller

Restaurantempfehlung Wien: TIAN. Wertvoll vegetarisch.

Ausgerechnet in Österreich, wo ein Festmahl Fleisch oder Fisch impliziert, Vegetariern mancherorts mitleidig „Schinkenfleckerl“ offeriert werden, mitten in Wien, neben Schnitzel- und Tafelspitzberühmtheiten, befindet sich eines der renommiertesten vegetarischen Lokale der Welt. Kürzlich feierte das TIAN 5 Jahre, relativ jung also. Umso beachtlicher finde ich, wie es Paul Ivic und seinem Team in diesen 5 Jahren gelungen ist, sich mit rein vegetarischer, teilweise veganer haute cuisine einen internationalen Namen zu machen. Und für mich als Gemüsefanatikerin ist  die Arbeit von Paul Ivic besonders interessant. Ich mag seinen undogmatischen Zugang zur vegetarischen und veganen Küche, weil ich ihn teile. Es geht ihm nicht darum, auf etwas zu verzichten, sondern darum, erstklassigem Gemüse die Aufmerksamkeit zu geben, die es verdient. Danke, TIAN.

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Wenn ihr noch keine Sprossen züchtet: Jetzt ist der ideale Zeitpunkt

Noch vor wenigen Jahren konnte ich mir nicht vorstellen, mich (weitgehend) ohne importiertes Gemüse durch den Winter zu kochen. Heute habe ich viel dazugelernt, neue Erfahrungen gesammelt und verstehe ich nicht mehr, warum ich Paradeiser, Zucchini, Gurken etc. jemals im Winter gekauft habe. Nichts spricht dafür und vieles dagegen, aber darum geht’s hier gar nicht. Es ist Ende Jänner und ich gebe zu, ich freu mich schon auf den Frühling, wenn es wieder mehr frisches, heimisches Gemüse gibt.  Einstweilen retten mich neben köstlichem Wintergemüse auch Gläser über die kargen, kalten Monate. Das herrlich aromatische Tomatenconfit aus den hochsommerlichen Raritätenparadeisern, die in Verjus eingelegten Zucchini, der fermentierte Kürbis. Aber selbst, wenn man in den Erntemonaten nicht vorgesorgt hat, kann im Winter auf Gläser zurückgreifen: Sprossengläser – die wohl günstigste und einfachste Selbstversorgungsmaßnahme. Damit kommt wirklich Abwechslung in die Winterküche, ganz ohne Importware, die eh nicht wirklich schmeckt. Gerade im Winter, wenn die Auswahl an heimischem Frischgemüse eingeschränkt ist – gegen Ende Jänner wirds selbst für kreative Köchinnen schon ein biiiisserl zach – bin ich dankbar für die Vielfalt, die man sich mit Sprossen ganz einfach selbst züchten kann: ohne Erde, ohne Garten, ohne viel Aufwand. Man braucht wirklich keinen grünen Daumen, um tolle Ernte einzufahren, den hab ich nämlich auch nicht. Ich schreibe diesen Beitrag, weil es trotzdem so wenige Menschen machen und hoffe, ihr habt Freude daran, Sprossen selbst auszuprobieren.

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