Feldküche 2017 – Wilder Fisch und frittierte Köpfe

Als ich im Frühsommer Location und Programm für die diesjährige Feldküche erfuhr, wusste ich, dass ich vom ersten bis zum letzten Tag mit ins Salzkammergut fahren muss, um ja keinen Programmpunkt auszulassen. Weil: Salzkammergut und Reinanken – was besseres gibt’s im Sommer gar nicht. Für mich als maximalneugierigen Reinankenfan war es sehr interessant, mit den Fischern der Bundesforste frühmorgens auf den See zu fahren, um ein paar der wild lebenden Fische aus dem See zu holen. Auch das Line up der Köche war sensationell und obendrein sollte man jede Gelegenheit, einen Nose-to-Tail Workshop bei so einem kongenialen Team wie Christoph Fink & Christian Mezera zu machen, sofort ergreifen. Da ich dieses Jahr ohnehin wieder Mal beschlossen hatte, den Sommer zur Gänze in Österreich zu verbringen, hab ich also ein paar Tage Urlaub am Hallstätter See gemacht. Die Feldküche war wieder Mal ein Highlight des Sommers mit einem tollen vielfältigen und sehr lehrreichen Programm rund um den wilden Fisch.

Weiterlesen

Food Trends, die es 2017 nach Österreich schaffen könnten

2016 habe ich mir im Zuge meines Postgraduate Studiums 3 Monate Zeit genommen, um meiner Neugier in Food Studies besonders intensiv nachzugehen und dafür auch ins Ausland zu reisen. Dabei bin ich vielen Trends begegnet, manche verrückt, manche (meiner Meinung nach) ziemlich blöd, andere dafür sehr spannend und viel versprechend. Dieser Artikel ist meine ganz persönliche und natürlich subjektive Einschätzung, welche Food Trends 2017 auch in Österreich Potenzial haben und was ich davon halte. Was meint ihr? Schreibt mir Eure Meinung in den Kommentaren!

Weiterlesen

Asia-Grillabende und Gochujang – fermentierte Bohnenpasten (3/3)

Erinnert ihr euch noch an meine Serie über fermentierte Bohnenpasten? Nach Miso und Doenjang geht’s heute um Gochujang – mit Absicht genau jetzt, in der Grillhochsaison, denn da setze ich sie besonders gern ein, sowohl als Marinade als auch als Dip oder in einer Mischung namens Ssamjang. Weil ich sehr oft grille, mag ich Abwechslungen an Grillabenden. Deshalb halte ich hin und wieder sehr gerne den ganzen Abend asiatisch. Das mach ich auch deshalb so gern, weil ich dabei meinen Wok am Grill verwenden kann.  Wie Doenjang kommt Gochujang ebenso aus der koreanischen Küche. Während einem halben Jahr in Canada mit vielen koreanischen Studienkollegen und später auf Reisen in Korea durfte ich diese Küche ausgiebig erleben und lernte sie lieben. Besonders die spannenden traditionellen Speisen und Zutaten in diesem Land begleiten mich bis heute.

Weiterlesen

Was der Tiroler Boden hergibt: ein Tag mit Stefan Lenz vom Tennerhof Kitzbühel

Während die Aufmerksamkeit der skibegeisterten Teile der Welt vor allem im Jänner auf Kitzbühel liegt, habe ich mich im Frühsommer auf den Weg in die berühmte Sportstadt gemacht. Mit Sport hatte es aber gar nix zu tun, Grund war viel mehr eine Einladung, dort während einer kurzen Pause zwischen Winter- und Sommersaison einen Tag mit Stefan Lenz, Haubenkoch und Küchenchef im Tennerhof, zu verbringen. Wie in jeder guten Küche gilt auch hier #nofarmernoparty – auf dem Programm standen Kräutersammeln, ein Besuch bei seinem Bio-Gemüsebauern und eine ausgiebige Koch-Session in der Tennerhof-Küche, um die Ausbeute zu verarbeiten. Das lasse ich mir natürlich nicht zwei Mal sagen, nehme mir einen Tag Urlaub und mach mich auf den Weg. Keine Sekunde habe ich den Kurztrip nach Tirol bereut, es war ein inspirierender, spannender und lehrreicher Ausflug, den ich noch lange in Erinnerung behalten werde. Am Acker, in Wald und Wiese und in der Profiküche habe ich viel gelernt.

Weiterlesen

#beyondsweetness ein Workshop für mehr geschmackliche Vielfalt

Der Massengeschmack ist süß – bei Speisen wie Getränken. Die überlagernde Süße betrifft leider auch die Spitzengastronomie. Viel zu wenig zur Geltung kommen häufig andere Geschmacksrichtungen, aus Angst sie dem Gast nicht zumuten zu können. Bitterstoffe werden aus allem möglichen herausgezüchtet und bekämpft, richtig Saures zu servieren trauen sich die wenigsten. Ich liebe sauer und bitter. Deshalb hat mir die Idee des Abends – ein Menü unter dem Motto „beyond sweetness“ gleich gefallen. Nina geht’s da genau wie mir – quasi mein Foodie in crime, mindestens so begeistertes taubenkobel-und-Mühltalhof-Fangirl wie ich, Süß-skeptikerin, Zitrusfreak und Bitterstoffaficionado. Ihr hab ich es zu verdanken, dass wir bei #beyondsweetness nicht wie gewohnt als Gast am Tisch saßen sondern – natürlich viel spannender – bei der Vorbereitung des Menüs dabeisein durften. Sie ist zum Glück genauso neugierig wie ich, vielleicht noch ein bisschen mutiger, denn sie hat einfach gefragt und auch an mich gedacht. Und gastfreundlich, herzlich und großartig wie Barbara und Alain vom taubenkobel eben sind, durften wir vergangene Woche als „Outsider“ zusehen. Ich weiß nicht, ob sie wissen, welche unbezahlbare Ehre und Freude sie mir damit bereitet haben. Am Vortag trafen sich also die (Gast-)Köche und Sommeliers aus dem DACH-Raum im taubenkobel für einen Workshop, um gemeinsam das Menü zu gestalten. Jeder Koch bekam vorab zur individuellen Vorbereitung einen Geschmack zugeteilt: süß, salzig, sauer, umami und bitter. Und das kam dabei heraus: Weiterlesen

(C)RollingPin

Rolling Pin Chefdays 2016 – Master Class mit Philip Rachinger

Anfang Mai war ich 2 Tage bei Österreichs größtem Food-Symposium: den Rolling Pin Chefdays in Graz. Gewissermaßen war ich dort Outsider, weil sich hier hauptsächlich Köche und Gastronomen treffen. Genau das macht es für mich zu einem der spannendsten Erlebnisse des Jahres. Es ist schwer „Headliner“ zu nennen, weil das ca. 20-köpfige Lineup durch die Bank hochkarätig ist. Die Chance, so viele Starköche auf ein Mal zu treffen, muss man einfach nutzen. Das internationale & spannende Line-Up und die perfekte Organisation durch Rolling Pin machten die Chefdays auch 2016 wieder zu zwei wahnsinnig inspirierenden und eindrucksvollen Tagen voll kulinarischer Leidenschaft und tollen Begegnungen mit über 2.500 Teilnehmern.  Das Hauptprogramm sind einerseits Bühnenshows der Köche, andererseits sog. „Master Classes“ vor einer kleineren Runde mit 15 Plätzen am Tisch. Weiterlesen