Wenn ihr noch keine Sprossen züchtet: Jetzt ist der ideale Zeitpunkt

Noch vor wenigen Jahren konnte ich mir nicht vorstellen, mich (weitgehend) ohne importiertes Gemüse durch den Winter zu kochen. Heute habe ich viel dazugelernt, neue Erfahrungen gesammelt und verstehe ich nicht mehr, warum ich Paradeiser, Zucchini, Gurken etc. jemals im Winter gekauft habe. Nichts spricht dafür und vieles dagegen, aber darum geht’s hier gar nicht. Es ist Ende Jänner und ich gebe zu, ich freu mich schon auf den Frühling, wenn es wieder mehr frisches, heimisches Gemüse gibt.  Einstweilen retten mich neben köstlichem Wintergemüse auch Gläser über die kargen, kalten Monate. Das herrlich aromatische Tomatenconfit aus den hochsommerlichen Raritätenparadeisern, die in Verjus eingelegten Zucchini, der fermentierte Kürbis. Aber selbst, wenn man in den Erntemonaten nicht vorgesorgt hat, kann im Winter auf Gläser zurückgreifen: Sprossengläser – die wohl günstigste und einfachste Selbstversorgungsmaßnahme. Damit kommt wirklich Abwechslung in die Winterküche, ganz ohne Importware, die eh nicht wirklich schmeckt. Gerade im Winter, wenn die Auswahl an heimischem Frischgemüse eingeschränkt ist – gegen Ende Jänner wirds selbst für kreative Köchinnen schon ein biiiisserl zach – bin ich dankbar für die Vielfalt, die man sich mit Sprossen ganz einfach selbst züchten kann: ohne Erde, ohne Garten, ohne viel Aufwand. Man braucht wirklich keinen grünen Daumen, um tolle Ernte einzufahren, den hab ich nämlich auch nicht. Ich schreibe diesen Beitrag, weil es trotzdem so wenige Menschen machen und hoffe, ihr habt Freude daran, Sprossen selbst auszuprobieren.

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Asia-Grillabende und Gochujang – fermentierte Bohnenpasten (3/3)

Erinnert ihr euch noch an meine Serie über fermentierte Bohnenpasten? Nach Miso und Doenjang geht’s heute um Gochujang – mit Absicht genau jetzt, in der Grillhochsaison, denn da setze ich sie besonders gern ein, sowohl als Marinade als auch als Dip oder in einer Mischung namens Ssamjang. Weil ich sehr oft grille, mag ich Abwechslungen an Grillabenden. Deshalb halte ich hin und wieder sehr gerne den ganzen Abend asiatisch. Das mach ich auch deshalb so gern, weil ich dabei meinen Wok am Grill verwenden kann.  Wie Doenjang kommt Gochujang ebenso aus der koreanischen Küche. Während einem halben Jahr in Canada mit vielen koreanischen Studienkollegen und später auf Reisen in Korea durfte ich diese Küche ausgiebig erleben und lernte sie lieben. Besonders die spannenden traditionellen Speisen und Zutaten in diesem Land begleiten mich bis heute.

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Spargelcremesuppe mit Geschmacksverstärker

Wenn ich daran denke, wie viele Spargelschalen diese Saison wieder weggeworfen werden, werde ich ganz traurig. Darin steckt so viel Geschmack, ewig schade drum! „Schalen aufheben, daraus können Sie einen Fond kochen“ hört man zwar eh immer wieder als Tipp von Profis, dabei muss man im Alltag aber auch einsehen, dass die wenigsten von uns täglich mit Fonds und Reduktionen hantieren und ein ganzes Arsenal davon im Kühlschrank horten. Deswegen verwerte ich am liebsten alles gleich und hab für Spargelschalen eine besonders schnelle, unkomplizierte Verarbeitungsmethode. Das #nosetotail-Prinzip versuche ich nämlich auch bei pflanzlichen Produkten umzusetzen. Weiterlesen

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Gebeizte Eidotter

Gerade rechtzeitig zur Spargelsaison möchte ich Euch eine Methode für ein etwas anderes Topping zeigen: Gebeizte Eidotter. Ich verwende Sie mittlerweile regelmäßig über vielen Gerichten, eine herrliche Alternative zu Parmesan, Bottarga, oder was man sonst so umami-geladenes über Gerichte streuen kann. Kompliziert ist es nicht, Eidotter zuhause zu beizen. Feingefühl braucht man aber und ein wenig Zeit. Ihr werdet sie lieben! Weiterlesen

Reis aus Österreich: Zwei Biobauern im Burgenland schreiben Geschichte #nofarmernoparty

Im burgenländischen Seewinkel ist etwas Erstaunliches gelungen: zwei Bauern produzieren für die Bio-Marke Ja! Natürlich* österreichischen Reis in verschiedenen Sorten. Und es funktioniert. In Kürze kommt die erste Ernte in den Handel. Ein sehr schönes Projekt, nicht einfach, nicht ohne Rückschläge und die Menge ist noch sehr klein. Aber es funktioniert nach fast fünf Jahren Experimentierphase und mit sehr viel Mut und Engagement – eine Leistung, die man gar nicht überschätzen kann. Weiterlesen

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Was ist Doenjang? Fermentierte Bohnenpaste 2/3

Dass mein Artikel über Miso Euch so gut gefallen hat, freut mich, heute geht’s wie versprochen weiter. Denn Miso ist nur eine von den fermentierten Bohnenpasten, auf die die asiatische Tradition stolz sein kann. Kaum bekannt ist bei uns Doenjang (Deyn-dschang gesprochen). Ich kenne sie aus meiner Zeit in Südkorea und von einigen Kochsessions mit koreanischen Freunden. Seither verwende ich sie sehr gern und weiß zum Glück, wo ich Doenjang in Wien bekomme.  In Südkorea ist sie eine Grundzutat wie bei uns Salz & Pfeffer. Weiterlesen