Marillenkerne sind nicht nur Müll!

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Marillenkerne kann man essen!

So traurig ich bin, wenn die Erdbeersaison vorbei ist, so fröhlich bin ich über die köstlichen heimischen Marillen. Allerorts werden sie jetzt in Hülle und Fülle verarbeitet: Kuchen, Marmelade, Röster oder in meinem Fall: Marilleneis und Likör – das mit dem Chutney hab ich ja nie verstanden und es konnte mir bisher auch keiner erklären, wozu ich dessen habhaft werden sollte. Besser als Severin Corti könnte ich es auch nicht sagen, daher zitiere ich lieber, sehr treffend, wie ich finde:

„Die salzigen Einsatzmöglichkeiten der Marille werden hierzulande nur wenig genutzt – außer in Chutney natürlich, dabei ist das bekanntlich kaum für etwas zu gebrauchen. Wobei: Um im Kühlschrank Platz zu verstellen und schön langsam vor sich hin zu gammeln, ist es eigentlich ideal.

Als salzige Variante empfehle ich lieber das Marillencurry von Jürgen Liechtenecker. Oder die Kombination gegrillter bzw. karamellisierter Marillen mit Schafs- oder Ziegenkäse. Und Basilikum!

Aber jetzt zum eigentlichen Kern dieses Artikels:

In Apotheken verkaufen sie ja oft die wirrsten Sachen (zu noch wirreren Preisen) nur weil irgendwas auf einmal exorbitant gesund ist. Juckt mich im Normalfall wenig, aber als ich letzten Winter hoch angepriesene “Aprikosenkerne” in einer Auslage sah, wurde ich neugierig. Gekauft hab’ ich sie nicht, aber gleich ein wenig recherchiert. Dabei bin ich draufgekommen: Tatsächlich kann man Marillenkerne essen – also das ganz innere, den Samen in der harten Schale. Manche Hersteller setzen sie sogar zur Produktion von Marzipan ein. Werfen wir tatsächlich im Sommer immer tonnenweise weg, was die Apotheken dann zu horrenden Preisen verkaufen?

Der Mythos der Marillenkerne als Naturheilmittel

In Apotheken/Reformhäusern werden manchmal Kerne von bitteren Marillen, auch genannt “Wildaprikosen” verkauft, irgendwer hat sich mal zusammengedichtet, dass die als Naturheilmittel gegen Krebs helfen. Wissenschaftliches Material gibt’s dazu natürlich wenig, außerdem stehen sie mittlerweile im Verdacht sogar schädlich zu sein, weil sie sehr viel Blausäure enthalten (wurde auch von (Bitter)mandeln schon behauptet). Die normalen, süßen Marillen haben einen weitaus geringen Blausäuregehalt, der unter dem gesundheitsgefährdenden Grenzwert liegt und sind damit in geringen Mengen zum Verzehr geeignet. Bei Kindern ist eher Vorsicht geboten.

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Ich habe einfach bis zur Saison gewartet und versucht, die Kerne der jetzt gerade köstlichen hiesigen (süßen, nicht wilden) Marillen zu knacken. Mit einem Schnitzelklopfer geht das ganz gut. Meine Erkenntnis: Schmeckt gut, eigentlich wie Mandeln, ein bisschen weniger intensiv. Frisch geknackt sind sie noch etwas feucht, daher sollte man sie auf einem Blech o.ä. etwas trocknen lassen, bevor man sie verschlossen aufbewahrt. Geröstet mit ein bisschen Salz find ich sie im Salat sehr gut. Wer Mandeln mag, wird also auch Marillenkerne mögen und kann das ja mal ausprobieren, anstatt die vielen Kerne, die einem in der Marillensaison sowieso unterkommen, gleich wegzuwerfen.

Ein Gedanke zu “Marillenkerne sind nicht nur Müll!

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