EAT and GREET 2014 – Rezept für Lammburger

Ich bin weder ausreichend zum Essen noch zum Begrüßen gekommen am vergangenen Samstag, 25.5.2014. Das lag daran, weil ich zum ersten mal im Leben an einer Showcooking-Station gekocht habe: Lammburger mit Feta-Minz Dip (Rezept unten). Anscheinend hat sich der Aufwand gelohnt, denn das Publikums-Voting hat ergeben, dass den Gästen mein Gericht am besten geschmeckt hat. Ich freu mich noch immer sehr und möchte mich noch ein Mal bei all den lieben Gästen fürs Kommen und die netten Worte bedanken. <3

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Die liebe Florence Stoiber hat das erste “Eat & Greet“ in Wien organisiert und ich war insofern sehr gespannt, weil ich nicht recht wusste, was mich erwartet. Außer, dass ich dort vor Publikum mein Rezept kochen und dann Kostproben verteilen soll. Ich koche nun schon wirklich lange und gerne, fast mein ganzes Leben, aber dort war alles anders:

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  • Zuhause koche ich am liebsten allein. Ich mag es nicht mal, wenn mir jemand Zwiebel schneiden hilft o. ä. In der Küche will ich meine Ruhe. Selbst im größten Küchenchaos finde ich Ausgleich und Entspannung. Und ich mag es nicht besonders, wenn mir jemand zusieht. Beim Kochen will ich keine Ablenkung und hab meistens alles fertig, wenn Gäste kommen. Wenn nicht, sollen Gäste  einstweilen Gästesachen machen. Ich koche also selten mit Zuschauern, vor so großem (großteils fremden!) Publikum hab ich überhaupt noch nie gekocht. Eine spannende Herausforderung. (Koch-Events wie #twitcook oder OPENKITCHEN liebe ich natürlich, aber das fällt für mich in eine andere Kategorie. Dort bin ich nicht in einer “Chefrolle” und.. naja der Weg ist das Ziel 😉

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Ungewohnt: Simultanes Fragen-beantworten und Fleischlaberl-schupfen

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  • Ich kaufe –  außer bei solchen Events – meine Zutaten immer selbst ein und suche selbst aus, dabei wende ich wahrscheinlich auch mehr Zeit für den Einkauf auf als andere. Erstens will ich alles nach meinen Kriterien selbst aussuchen und zweitens geh ich seit jeher irrsinnig gern Lebensmittel einkaufen. Deshalb bin ich persönlich auch kein regelmäßiger Kunde von Lebensmittel-Lieferanten (Bio-Kistln etc.). Bin da aber verwöhnt, weil ich als Wienerin ein Übermaß an Supermärkten aber auch einige Bio-Märkte & Marktstandler in unmittelbarer Nähe habe.
  • Ich kannte weder die Veranstalter noch die Location besonders gut, auch den Großteil der Gäste nicht.

Dementsprechend groß war – zugegebenermaßen – auch die Unsicherheit im Vorfeld und ich hab mich trotz Aufforderung des Veranstalters kaum getraut, den Event zu promoten und Leute einzuladen. Werde ich gute Zutaten bekommen? Wird das Equipment vor Ort passen (OK, Messer und Pfanne hab ich dann selbst mitgenommen)? Wie gut wird die Kochplatte dort funktionieren (für mich als Gasherdbesitzerin besonders schmerzhaft)?

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Meine Bestellung: reichlich Chili. 

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Die Gäste konnten bei den Ständen zuerst bei der Zubereitung zusehen, dann verkosten.

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Peter von Der Mundschenk & Compagnie richtet an – unter den kritischen Augen der Besucher. Unten sein großartiges sous-vide-gegartes Roastbeef auf Joseph-Brot, dazu gab es grünen Spargel und zweierlei selbstgemachte Mayonnaisen. Für mich das beste Gericht des Tages.

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Mein persönlicher Favorit: Sous-vide Roastbeef von Der Mundschenk & Compagnie

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Von dem Herren kann jeder Foodie noch viel lernen. Food-Nerd Peter von Der Mundschenk & Compagnie (ich darf das sagen, weil er weiß, wie es gemeint ist) 

MEIN REZEPT: LAMMBURGER MIT FETA-MINZ-DIP

Zutaten für 4 Personen

Burger:

  • 60 g Bulgur
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 EL Pinienkerne
  • 600g Lammfaschiertes von der Keule
  • 1 Ei
  • 2 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Piment
  • 2 TL Paprikapulver
  • 1 EL Tomatenmark
  • 4 EL frischer Koriander
  • 1 Chilischote (für mich 3)
  • Salz, Pfeffer
  • Rapsöl zum Ausbacken

Dip:

  • 200 g Feta
  • 400 g griechischer Joghurt (10 % Fett)
  • 1 Salatgurke
  • 2 Knoblauchzehen
  • frische Minze
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

Dip:

1. Gurke mit einer Gemüsehobel in feine Streifen hobeln, gut salzen und ca. 20 Minuten stehen lassen, gut ausdrücken und überschüssige Flüssigkeit abgießen.

2. Feta mit einer Gabel zerdrücken und mit dem Joghurt vermischen.

3. Knoblauch durch eine Knoblauchpresse pressen (oder fein hacken für etwas weniger intensiven Knoblauchgeschmack) und zum Joghurt geben. Minze fein hacken und untermischen

4. Gurke und Joghurt-Feta-Mischung vermengen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

5. Kalt stellen und später zu den Burgern servieren.

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Burger:

1. Bulgur mit 120 ml Wasser zum Kochen bringen, ca. 20 min. köcheln lassen, beiseite stellen. Eventuell überschüssige Flüssigkeit abgießen.

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 Glaubensbekenntnis: Nüsse machen JEDES Gericht noch besser. In meine Lammburger kommen Pinienkerne (Instagram @lisavoc)

2. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett bei schwacher Hitze rösten, beiseite stellen.

3. Chili und Koriander hacken.

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4, Zwiebel und Knoblauch fein schneiden, in etwas Öl bei glasig anbraten, Kreuzkümmel, Piment, Paprikapulver, Chili und Tomatenmark dazugeben und kurz mitrösten (zu diesem Zeitpunkt nicht nur einmal gehört: “Boooah was riecht hier so gut?”), etwas abkühlen lassen.

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Das sorgfältige Anrösten der Zwiebel-Knoblauch-Gewürzmischung gibt den Lammburgern das besondere Aroma

5. Lammfleisch, Pinienkerne, Ei, Bulgur, Koriander und Zwiebel-Gewürzmischung gut vermengen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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Kochplatten für Gasherdbesitzer sind wie Windows-PCs für MAC-User.

6. Aus der Masse 4 Burger formen, Pfanne erhitzen und die Burger bei mittlerer Hitze in Rapsöl braten. Dabei nur einmal wenden, die zweite Seite eventuell etwas kürzer braten als die erste, damit die Burger nicht zu trocken werden.

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Nachher. Instagram @lisavoc

Am meisten gefreut hat mich übrigens am Ende das Lob des Moderators mit persischen Wurzeln. Der meinte nämlich im Vorfeld, dass er niemals Lammfleisch von Zentraleuropäern essen würde. Mein orientalisch inspiriertes Rezept hat er anfangs sehr skeptisch beäugt. Dass Perser anscheinend besondere Feinspitze sind (zumindest jene, auf die ich treffe) ist mir schon öfter aufgefallen. Am Schluss meinte er, dass ich ausnahmsweise auch echt gut Lammfleisch zubereiten kann. YAY! Auch viele andere Gäste waren vorerst skeptisch: “Eigentlich mag ich überhaupt kein Lammfleisch” habe ich nicht nur ein Mal gehört. Man muss aber nicht immer gleich eine ganze Fleischkategorie ausschließen, nur weil es einem ein Mal nicht geschmeckt hat. Ähnlich wie bei Wild hängt hier viel an der Art der Zubereitung.

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Etwas überwältigt von der langen Schlange vor meinem Stand. Aber; Gut Fleischlaberl braucht Weile!

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Alle Fotos vom Eat & Greet gibt es hier. Danke an Florence Stoiber für die Organisation, dem Profi-Fotografen Thomas Unterberger und natürlich die Hauptsponsoren KochAbo & Ja!Natürlich

Außerdem mit dabei: Adnan, Yvonne, Ines, JuliaEva, Barbara, Michael, Peter

Wenn nicht mit Instagram @lisavoc vermerktsind alle Bilder in diesem Artikel – offensichtlich 😉 – nicht von mir sondern von dem Profifotografen Thomas Unterberger. (Ich hatte meine Kamera mit, aber leider nicht mal eine Sekunde Zeit, sie auszupacken und hätte auch niemals so professionelle Bilder zusammengebracht) Danke für die tollen Impressionen!

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