Mehr Röstzwiebel braucht die Welt! (und zwar selbst gemachte)

Eine völlig unterschätzte Zutat! Wer – wie ich – schon öfter in Südostasien unterwegs war, weiß, welch kulinarischer Gewinn es sein kann, wenn auf vielerlei Speisen köstlich knusprige Zwiebelringe gestreut werden. In Österreich beschränkt sich der Einsatz ja eher auf a) Zwiebelrostbraten b) Erdäpfelpüree c) Kasnockn. Das finde ich sehr schade. Ich liebe Röstzwiebel auf viel mehr Gerichten. Gerade, wenn man mal fleischlos kocht, geben frische Röstzwiebel ein herrlich herzhaftes Aroma, von dem viele glauben, dass es ohne Fleisch nicht möglich ist. Es dauert wenige Minuten, Röstzwiebel frisch selbst zu machen.  Ihr kennt sicher die Röstzwiebel aus der Packung, die man in jedem Supermarkt bekommt. Die sind geschmacklich manchmal ranzig, manchmal OK, aber vor allem meide ich sie, weil

  • oft minderwertiges Fett (oder sogar Palmöl) verwendet wird und das will wirklich niemand essen.
  • sie meist aus dem Hause Maggi (=Nestlé) kommen – ob man die unterstützen will, muss jeder für sich selbst entscheiden.
  • frische Röstzwiebel fast so schnell selbstgemacht sind, wie die Packung aufgerissen ist
  • Außerdem: wer will schon auf den Geruch von frischen Röstzwiebeln in der Küche verzichten? Eben.

So einfach sind Röstzwiebel selbstgemacht

Man braucht nur:

  • Zwiebel
  • Hocherhitzbares Fett (ich nehme Rapsöl oder Butterschmalz)
  • Ein bisschen Mehl

Am liebsten verwende ich für Zwiebelringe die süßlich-milden Bio-Schalottenzwiebel (z.B. Ja! Natürlich*), aber es klappt mit allen Zwiebelsorten. Wichtig ist, sie in gleichmäßige, möglichst feine Ringe zu schneiden. Dazu nehmt ihr eine Mandoline oder ein scharfes Gemüsemesser.

DSC_8368_(C)Vockenhuber

Probieren geht über Studieren

Bei meiner Recherche habe ich immer wieder unterschiedliche Methoden zur Herstellung gefunden: Mit/ ohne Mehl, mit/ohne Einsalzen vorher, mit/ohne Trockentupfen und das alles in unterschiedlicher Reihenfolge. Ich habe mich ein Zeiterl damit befasst, alles mögliche ausprobiert und die Ergebnisse verglichen. Die Unterschiede sind mal kleiner, mal größer, aber aus meiner Erfahrung werden sie folgendermaßen am besten und knusprigsten:

Zubereitung frischer Röstzwiebel:

roestzwiebel_salz(C)Vockenhuber

Zwiebelringe(C)Vockenhuber

  1. Zwiebel in feine, gleichmäßige Ringe schneiden.
  2. Einsalzen, 5 Minuten ziehen lassen.
  3. Auf Küchenpapier trockentupfen
  4. Mit etwas Mehl rundherum bestäuben (ca. 1 EL auf 5 Schalottenzwiebel reicht) und gut abklopfen.
  5. In heißem Fett, mind. 5 Fingerbreit hoch frittieren und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Wichtig: Je nach Größe Eures Geschirrs ist es nötig, immer in kleinen Mengen zu frittieren, nicht alles auf einmal. Wenn man in einen kleinen Topf mit heißem Fett viel kaltes Frittiergut reinwirft, kühlt das Fett ab und das Frittiergut saugt sich erst mal damit an, bevor es goldbraun wird. Frittiert man nur eine kleine Menge, bleibt das Fett heiß genug und es bildet sich gleich eine knusprige Außenhülle, die kein weiteres Fett ins Innere des Frittierguts lässt. Das wollen wir: Knusprig, aber nicht fettriefend. Um zu testen, ob mein Fett heiß genug ist, werfe ich einfach einen Zwiebelring rein, wenn sich ordentlich Bläschen bilden, kann es losgehen.

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Nach wenigen Sekunden, max. einer halben Minute sind fein geschnittene Zwiebel goldbraun, dann nehme ich sie aus dem Fett und lasse sie auf Küchenpapier gut abtropfen. Am besten nehmt ihr sie kurz vor der gewünschten Endresultat-Färbung heraus, da sie noch ein bisschen nachbräunen – nicht zu lange warten, verkohlt schmecken sie scheußlich.

Frittierte_Zwiebel(C)Vockenhuber

 

Wohin damit?

Ich streue sie auf alle möglichen Salate, Aufstriche, Erdäpfel – setzt sie ein wo immer ihr wollt. Ich finde, Röstzwiebel sind eine super Zutat, um Gemüsegerichten noch das gewisse Etwas zu verleihen. Gut getrocknet und abgetupft halten sie ich luftdicht verschlossen mind. ein paar Tage, ich mach sie aber ohnehin am liebsten frisch.

In Kürze geht auch eine neue Ja! Natürlich Küchengeschichte von mir dazu online, ein vegetarisches Rezept in dem die aromatischen Röstzwiebel nicht fehlen dürfen. Sobald sie online ist, werde ich gerne den Link hier ergänzen.

Wer zählt noch zu  den Röstzwiebel-Fans? Wo setzt ihr sie ein? Habt ihr vielleicht noch ganz andere Methoden zur Herstellung? Schreibt mir gerne Eure Röstzwiebel-Meinung in die Kommentare 🙂

*Dieser Beitrag ist weder bezahlt noch durch Sponsoring/Product Placement unterstützt. Dass ich seit vielen Jahren überzeugter Ja! Natürlich Fan bin, ist kein Geheimnis und mitunter Grund, warum ich regelmäßig als Gastbloggerin für Ja! Natürlich Rezepte für die Küchengeschichten schreibe. Es sei der Vollständigkeit halber hier erwähnt, hat aber mit diesem Beitrag nix zu tun.

4 Gedanken zu “Mehr Röstzwiebel braucht die Welt! (und zwar selbst gemachte)

  1. kundentests.com schreibt:

    Ich liebe Röstzwiebeln! Nicht nur zum Hotdog, sondern auch auf Brot, Toast, Pizza,…Aber selber gemacht habe ich die noch nicht. Das kann ich aber ja gleich mal ausprobieren mit diesem tollen, einfachen Rezept. Danke! 🙂

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