Spargelcremesuppe mit Geschmacksverstärker

Wenn ich daran denke, wie viele Spargelschalen diese Saison wieder weggeworfen werden, werde ich ganz traurig. Darin steckt so viel Geschmack, ewig schade drum! “Schalen aufheben, daraus können Sie einen Fond kochen” hört man zwar eh immer wieder als Tipp von Profis, dabei muss man im Alltag aber auch einsehen, dass die wenigsten von uns täglich mit Fonds und Reduktionen hantieren und ein ganzes Arsenal davon im Kühlschrank horten. Deswegen verwerte ich am liebsten alles gleich und hab für Spargelschalen eine besonders schnelle, unkomplizierte Verarbeitungsmethode. Das #nosetotail-Prinzip versuche ich nämlich auch bei pflanzlichen Produkten umzusetzen. Weiterlesen

Wie wird man eigentlich ein “Superfood”? Mein Problem mit schicken Lebensmitteln

Präambel: Es geht mir hier nicht um Gscheit-daherreden wie man sich zu ernähren hat um ein besserer oder gar gesünderer Mensch zu sein. Es geht überhaupt nur am Rande um “Gesunde Ernährung”. Es geht mir vor allem um einen Denkanstoß zum mutmaßlichen Wert von Lebensmitteln. Jeder möge damit anfangen, was er will.

Ein regelrechter Hype ist in den letzten 1-2 Jahre ausgebrochen rund um “Superfoods” – allen voran Chia-Samen, die zwar nach nichts schmecken aber trotzdem immer beliebter werden. Allein der Begriff “Superfood” ist für mich eher so ein Warnsignal: Da will mir irgendwer irgendwas andrehen, oder ist selbst so begeistert von einem neu entdeckten Trend, dass er die frohe Botschaft lieber – gut gemeint – mit Freude verbreitet als hinterfragt. Lustig, dass Superfoods immer ziemlich teuer sind, wobei wir nicht unbedingt von der Art “teuer” reden, die durch nachweislich faire Produktionsbedingungen oder Bio-Zertifizierung gerechtfertigt sind. Ich finde vielerlei “Food” super, wenn es ordentlich produziert wurde und mir Genuss bringt. Und wer Wert auf gesundes Essen legt, der kommt auch ohne Chia, Açaí und Goji-Beeren ganz gut klar. Der Hype hat mich skeptisch gemacht und darum hab ich ein bisschen nachgeforscht. Weiterlesen

Rauchiges Aroma geht auch ohne Fleisch

Es gibt ein Gewürz unter meinen absoluten Lieblingen, das viel zu wenige Leute kennen/verwenden. Denn es kann einen riesigen Unterschied in Gerichten bewirken, besonders in vegetarischen, ist leistbar und recht leicht zu bekommen. Mir ist völlig unverständlich, warum es nicht längst zur Standardausstattung in jeder Küche gehört aber ich verstehe ja auch nicht, warum es immer noch einen Markt für gemahlenen Pfeffer gibt. Wer liebt geräuchertes Aroma nicht? Worum es hier geht, ist fast schon so etwas wie meine Geheimwaffe für Gemüsegerichte, wenn es mir darum geht, diese ohne tierische Produkte mindestens so g’schmackig zu machen wie Gerichte, in denen man z.B. gebratenen Speck verwendet. Wohlgemerkt: Gebratener Speck ist super. Aber Gewürze auch! :) Weiterlesen

Eine Herzensangelegenheit: Kalbsherz, Artischockenherzen & Ochsenherztomaten (Rezept)

Die Herz-Dreifaltigkeit: Zwergartischocken, Ochsenherztomaten und Kalbsherz

Die Herz-Dreifaltigkeit: Zwergartischocken, Ochsenherztomaten und Kalbsherz

Dieses Rezept ist im mehrfachen Sinne eine Herzensangelegenheit. Ich esse sehr gerne Fleisch und habe auch nicht vor dies zu ändern. Gerade deshalb setze ich mich sehr viel damit auseinander und schreibe darüber, weil ich die Auseinandersetzung mit Fleischproduktion, -verarbeitung, -konsum, -qualität und -genuss (!) für sehr wichtig halte. (Links zu bisherigen Artikeln s.u.). Medien nach zu urteilen scheint es ja, als gäbe es nur noch vegan oder tierfeindlichen Billigfleischkonsum. Das stimmt einfach nicht. Zum Glück gibt es viele Menschen, es Konsumenten ermöglichen, anständige Tierprodukte zu konsumieren. Respektlos finde ich es, Tiere zu züchten, zu schlachten und dann nur einen kleinen Teil davon zu verzehren. Noch dazu verpasst man kulinarisch einiges, wenn man sich nur auf Edelteile beschränkt. Am wenigsten verstehe ich, warum Herz nicht beliebter ist. Wer dieses köstliche magere, zarte Muskelfleisch noch nie gekostet hat, sollte es unbedingt probieren! Weiterlesen

“Vegan oriental”: Gutes Essen geht vor Ideologie. Ein Kochbuch für alle.

Meine Vermutung, dass Nicht-Veganer die besseren veganen Kochbücher schreiben erhärtet sich zunehmend*. Zur veganen Küche habe ich eine recht eigensinnige Einstellung, ich schätze viele vegane Gerichte sehr, aber nicht die Ideologie, die dahinter steckt. Ich bin von ganzem Herzen omnivor, die Qualität und vernünftige Herstellung der Produkte – ob tierisch oder pflanzlich – ist für mich entscheidend für gutes, verantwortungsvolles, genussvolles Essen. Das und der Anspruch, respektvoll mit unserer Umwelt und ihren Ressourcen umzugehen  führen mich automatisch zum teilzeit-veganen Kochen. Wie oft habe ich die orientalische Küche schon bewundert und mich ehrfürchtig vor ihr verneigt. Eigentlich gefällt mir nicht nur die Küche, sondern die gesamte Esskultur, das familiäre Zusammensein, das Genießen und den hohen Stellenwert, den das frisch zubereitete, gemeinsam zelebrierte Essen hat, selbst wenn es aus einfachsten Zutaten besteht. Ich liebe es, wie die sozialenKomponente des Essens in Parvins Küche betont wird. Das Kochbuch habe ich seit der Präsentation noch nicht wieder zugemacht. Weiterlesen

Ölpresskuchen: Ein Grund, in der Küche kreativ zu werden #nowaste #nosetotail

Was passiert eigentlich mit dem, was bei der Ölpressung von den Nüssen und Saaten übrig bleibt? Bei diesem Gedanken kommt die fanatische Nussliebhaberin in mir durch, die jedes Fuzerl der hochwertigen und geschmackvollen Naturprodukte verehrt. Das kann doch nicht weggeworfen werden? Ausgehend von dieser Frage habe ich einen wahren Schatz entdeckt: das, was bei der schonenden Ölpressung in meiner Lieblingsölmühle Fandler von Walnuss, Haselnuss, Macadamia, Leindotter, Leinsamen, Hanfsamen, Mandeln, Mohn, Kürbiskernen etc. übrig bleibt. Einige spannende Gespräche später konnte ich des handelsunüblichen, obwohl exzellenten Nebenprodukts habhaft werden und war schon ganz gierig darauf, damit zu experimentieren. Nicht nur bei Fleisch, sondern auch bei pflanzlichen Lebensmitteln wird es erst richtig spannend und kreativ, wenn man Produkte mit einem Nose-to-Tail Anspruch verarbeitet. Rezepte gibt es für den Ölpresskuchen bis dato kaum, also habe ich  wie so oft einfach drauf los probiert. Mit meinen Ideen bin ich noch lange nicht am Ende, meine ersten Erfahrungen und Eindrücke teile ich hier mit euch. Weiterlesen